Ein Logo zum Anbeißen

 

 

Seit der Gründung am 1. April 1976 hat sich die Firma „Apple Computer“ aus dem kalifornischen Cupertino zu einem
milliardenschweren multimedia-riesen entwickelt. Kein Aprilscherz: Das für seine Innovationskraft bekannte Unternehmenführt seine Benennung auf eine Notlösung mangels Kreativität bei der Namensfindung zurück. Laut einer Erklärung des Gründers Steve Jobs fiel ihm mit seinen Kompagnons Steve Wozniak und Ronald Wayne einfach nichts besseres ein. Das Bemerkenswerte: heute zählt das Apple-Logo – ein angebissener Apfel – zu den bekanntesten Bildmarken der Welt.

 

Zeichnung Marke Eigenbau

Das allererste Logo des Unternehmens hatte mit der heutigen Version rein gar nichts zu tun. Darauf zu sehen: Naturforscher und Philosoph Isaac Newton, der unter einem Apfelbaum sitzt. Ein Band mit der Aufschrift „Apple Computer Co.“ legt sich wehend um das Bild. Mitbegründer Ronald Wayne selbst gestaltete die filigrane Zeichnung, die in ihrer Anmutung aber eher an einen Kupferstich als an ein Firmenemblem erinnert. Diese Ansicht teilten wohl auch Jobs und Wozniak: Waynes künstlerischer Erguss diente nur etwa ein Jahr lang als Wiedererkennungszeichen des einstigen Start-ups aus Silicon Valley.

 

Symbol mit Wortwitz

Ein neues Logo musste also her und der talentierte Designer Rob Janoff erhielt den Zuschlag. In Anlehnung an den Firmennamen entwickelte Janoff einen stilisierten Apfel. Ein Symbol, das Apple so direkt für das Handbuch ihres ersten Apple I-Computers verwendete. Allerdings war Janoff mit seinem Werk noch nicht zufrieden. Irgendetwas fehlte ihm. Da erinnerte er sich an ein Wortspiel, mit welchem Apple diesen Computer bewarb: „Taking a bite of an Apple“. Das Verb „bite“, englisch für „beissen“, wird genauso ausgesprochen wie die Informationseinheit „Byte“. Das war die Lösung – und der Biss wurde damit ein fester Bestandteil des Abzeichens.


Kostspieliges Farbenspiel

Mit dem Start des Apple II in 1977 machte das Logo mit Biss zum ersten Mal die Runde – und zeigte sich statt einfarbig nun auch richtig bunt. Es soll Steve Jobs Idee gewesen sein, durch wahllose Anordnung von Farbstreifen auf dem Emblem dem Computer das Technische zu nehmen. Lediglich Grün war des Blattwerks wegen ganz nach oben gesetzt. Dieser regenbogenbunte Apfel sollte gleichzeitig die erweiterten Farbmöglichkeiten des neuen Rechners symbolisieren. Aus markenpolitischer Sicht ein Geniestreich, aus ökonomischer Sicht ein Desaster: Die unmittelbar nebeneinander liegenden Farben ließen bei Apple die Kosten für Drucksachen exorbitant in die Höhe schnellen.

 

Kontinuität und Wandel

Während Steve Jobs 1985 das von ihm zum Erfolg geführte Unternehmen verließ, blieb das Logo über Produktreihen wie Macintosh und Newton hinweg konstant. Erst nach Jobs Rückkehr in 1997 erhielt auch das Markenzeichen einen neuen Anstrich. Weg vom Hippie-Image, zurück zur Einfarbigkeit und damit hin zum coolen Look. Obwohl die ersten iMacs mit ihren roten und blauen Hauben 1998 eine neue Optik einläuteten, übte sich das Apfel-Logo in bis dato ungewohnt monochromer Zurückhaltung. Die bunte Variante war nur noch an ausgesuchten Stellen der Computer und im Betriebssystem
zu finden. Und im Zuge der Umbenennung von „Apple Computer“ in „Apple“ wurde es um die Jahrtausendwende schließlich gänzlich von einfarbigen Varianten abgelöst.

 

Äpfel statt Birnen

Bis heute erfuhr das Logo in regelmäßigen Abständen ein dezentes Makeover, das dem jeweiligen Zeitgeist und dem immer puristischer werdenden Design der Produkte entsprach. Größere Änderungen blieben jedoch aus. Ob nun in Chrom, illuminiert, mit Schatten oder ohne: Der Apfel aus Kalifornien rangiert in einer eigenen Güteklasse.

 

 

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